Er war Maler, Bildhauer, Landvermesser und Lehrer:
Heinrich Alken (1753-1827). In diesem Jahr jährt sich sein Geburtstag zum 250.
Mal. Die Geschenke kassiert die Nachwelt. Denn verstreut in Mayen und Umgebung
hinterließ das Multi-Talent Kunstschätze von hohem Rang. Einer davon wurde jetzt
in der Genovevaburg entdeckt.
MAYEN. Manchmal ist eben doch der zweite Eindruck
entscheidend. Diese Erfahrung machten zumindest Hans Schüller, Fridolin Hörter,
Heinz Schäfer und Museumsdirektor Dr. Bernd Oesterwind. Das Team bereitet die
geplante Sonderausstellung zu Ehren des Mayener Künstlers Heinrich Alken vor.
Zum Stein- und Burgfest soll sie im Alten Arresthaus eröffnet werden.
Bei den Recherchearbeiten nahmen die "Forscher" auch zwei sakrale Gemälde in der
Genovevaburg genauer unter die Lupe. Schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts
zieren sie die Wände des historischen Schlafzimmers im ersten Stock. Aber erst
jetzt wurden die Gemälde als echte Alken- Werke identifiziert. Die Bilder zeigen
Judas Thaddäus und Maria Immaculata.
"Unter anderem fiel uns die eigenwillige Gewandung und die dynamische
Körperhaltung der Figuren auf. Beides ist typisch für Alken", erklärte Hans
Schüller, Vorsitzender des Geschichts- und Altertumsvereins (GAV). Seit einem
halben Jahr geht die Arbeitsgruppe vom GAV und des Eifelmuseums regelmäßig auf
Entdeckungsreise. Die vier Fachleute sind ständig auf der Jagd nach Exponaten
des Mayener Multi-Talents. Bei ihren "Beutezügen" haben sie vor allem auch die
Gotteshäuser der Umgebung im Visier. "Die Kirchengemeinden Wierschem und Nitztal
werden uns Leihgaben zur Verfügung stellen. "Die Zusagen der Orte Monreal,
Reudelsterz und Mertloch stehen derzeit noch aus", bilanziert Schüller.
Die Ausstellung im Alten Arresthaus soll aber nicht nur Gemälde, Zeichnungen,
Plastiken oder Holzfiguren des Künstlers zeigen. Alkens Familienstammbaum und
Briefe von Sohn Anton gewähren den Besuchern auch intime Einblicke in sein
Privatleben. Aus seiner Zeit als Landvermesser wurden sogar verschiedene Pläne
und Karten aufgetrieben. Letztendlich sollen die Besucher animiert werden, sich
in Mayen und Umgebung auf Schusters Rappen zu begeben, um das Leben und Schaffen
des heimischen Künstlers zu entdecken. Wichtige Alken-Stationen sind die
Anna-Kapelle in der Koblenzer Straße, die Schafsstallkapelle an der St. Veit
Straße, die Clemenskirche und das Eifelmuseum. Aber auch in St. Johann, Nitztal,
Reudelsterz und Monreal hat Heinrich Alken seine Spuren hinterlassen.
Was kaum jemand weiß: Ein Mal im Jahr rückt die Kunst von Heinrich Alken in den
Blickpunkt. Bei der Karfreitagsprozession wird eine Nachbildung des Kreuzes aus
der Kreuzigungsgruppe der Clemenskirche durch die Straße der Stadt getragen. Die
Darstellung schuf Heinrich Alken um das Jahr 1780. (csw)